Bahninformation
Fakten im Überblick
1413 m 1387 m 1220 m 996 m |
Messlängen: Start - Ziel Bob / Skeleton Rodel Herren Rodel Damen Doppelsitzer |
|
17 15 11 7 10 |
Kurvenanzahl Bob/Skeleton/Rodel Herren Rodel Damen Doppelsitzer / Gästebob Linkskurven Rechtskurven |
|
122,22m 15% 8,66% |
Höhenunterschied / Gefälle Höhenunterschied maximales Gefälle durchschnittliches Gefälle |
|
|
Geschwindigkeit ca. 140 km/h |
||
50m 387,50m 641,50m 891,50m 1132,10m 1140,90m |
Zeitnahme / Zwischenzeiten Startzeit 1. Ziwschenzeit 2. Zwischenzeit 3. Zwischenzeit 4. Zwischenzeit Zielzeit |
Politische Hintergründe
Mit dem Bau der Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg (RSBB), wollte die Regierung der DDR ein weiteres heißes Eisen für den Sport im Feuer haben. Die technisch anspruchsvolle Bahn sollte den Sportlern helfen, um bei Olympischen Spielen und anderen internationalen Meisterschaften Medaillen zu gewinnen.
Der Bau der RSBB stand unter der Schirmherrschaft des MfS, Herrn Mielke. Die weiträumige Absperrung während der Bauphase war oberstes Gebot. Ein weit vorgezogener Drahtzaun und patrouillierende Posten waren nicht zu übersehen. Man wurde z. B. als Skifahrer schon weit vor der Bahn angehalten und angewiesen, sich hier nicht weiter zu bewegen.
Heute kann die Bahn jeder besichtigen und sich innerhalb des Geländes frei bewegen.
Historische Galerie
Entwicklung
1983
Begannen die Bauarbeiten für die "Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg".
Ziel war es die anspruchvollste Kunsteisbahn der Welt zu bauen. Nach zwei Jahren Bauzeit sorgten erste Probefahrten für Ernüchterung: Ein Großteil der Bahn (z.B. Kurven 11, 12) mussten weggesprengt und neu aufgebaut werden. Die Kosten wurden nie genau bekannt gegeben, man sprach jedoch von einer dreistelligen Millionensumme.
1986
So dauerte es bis zum Spätherbst 1986, ehe erste nationale Wettkämpfe ausgetragen werden konnten. Die internationale Premiere fand mit der europäischen „Drei-Bahnen-Tournee“ im Rennrodeln statt. Die Generalprobe für den Bobsport war mit den "DDR - Bobmeisterschaften", noch unter Baustellenbedingungen durchgeführt wurden.
1987
War das Jahr der offiziellen Einweihung der "Kunsteisschlange" im " Kohlgrund des Osterzgebirges". Die Homologierung (Bahnabnahme) seitens der internationalen Fachverbände FIBT (intern. Bob- und Skeletonverband) und FIL (intern. Rodelverband) erfüllte deren sicherheits- und technischen Anforderungen. Nach einigen nationalen Wettkämpfen waren im November ´87 erstmals Zweier- und Viererbobs aus 17 Nationen- darunter Neuseeland und Australien- in Altenberg zu Gast. Mit dem internationalen "AERO-Cup" wurde der Startschuss für den internationalen Bobsport vollzogen. Die Kulisse von 20.000 Besuchern versetzte selbst die wintersportbegeisterten Österreicher in Erstaunen und Verzückung.
Auch der damalige Präsident des internationalen und deutschen Bob- und Schlittenverbandes, Klaus Kotter (FRG), äußerte sich damals angetan: " Die Bahn hat bewiesen, dass sie mit Recht zu den Besten der Welt gerechnet wird. Sie verlangt viel Meisterschaft von allen Sportlern, bietet aber auch genügend Sicherheit."
1991
Mit dem Einigungsvertrag und Abwicklung des damaligen Trägers (MfS), bekam die Stadt Altenberg durch die Landesregierung Sachsens die Verantwortung für die Bahn übertragen.
Seit diesem Jahr verbindet die Altenberger eine Partnerschaft mit der kanadischen Olympiastadt Calgary, die auch vom damaligen Ministerpräsidenten Sachsens, Kurt Biedenkopf unterstützt wurde.
Es finden die ersten Weltmeisterschaften im Bobsport (FIBT) in Sachsen/Altenberg statt.
1994 - 1998
1994 Harald Czuday erkämpft in Lillehammer mit seinen Team (Carsten Brannasch, Olaf Hampel, Alexander Szelig) olympisches Gold im 4er Bob.
1996 Erstmalig werden die Weltmeisterschaften im Rennrodeln (FIL) in Sachsen/Altenberg ausgetragen.
1998 Im Olympiajahr von Nagano finden erstmals die Skeletonweltmeisterschaften in Sachsen/Altenberg statt.
2000 - 2004
2000 Zum zweiten Mal werden Weltmeisterschaften im Bobsport in Altenberg ausgetragen. Über 20.000 Besucher erleben wie Andre Lange und Team überraschend vor Christoph Langen Weltmeister im 4er Bob wird.
2004 Erfolgreiche Bewerbung zum Kongress der FIBT in Cesana (Italien), zur Austragung der Bob- und Skeleton Weltmeisterschaft 2008.
2007 - 2008
2007 Das Bundesinnenministerium des Innern, der Freistaat Sachsen und der Landkreis Weißeritzkreis stellen die Mittel für den Umbau des Auslaufes mit neuer Kurve 18 und weiterer Erneuerungen in Höhe von 4,1 Mio. Euro bereit. Die Bahn wird Eigentum des Landkreis Weißeritzkreis. Die Wintersport Altenberg (Osterzgebirge) GmbH wird zur Betreibung und Vermarktung der Sportanlage gegründet.
2008 Die FIBT Bob- und Skeleton Weltmeisterschaften erreichen knapp 30.000 Besucher vor Ort, 18 Mio. TV-Zuschauer in Deutschland und 210 Mio. weltweit. Andre Lange wird Doppel-Weltmeister mit Fabel-Bahnrekord (53,17 Sekunden) im 4er Bob. Thomas Florschütz (BRC Riesa), Matthias Höpfner und Cathleen Martini (SC Oberbärenburg) erkämpfen für Sachsen einen kompletten Medaillensatz.
Stefan Raab fährt mit Sportlern und Künstlern zur Wok-WM 2008 die anspruchsvolle Bahn hinab.
Ausblick
Rennrodel WM 2012 - 06.02. - 12.02.2012
Erfolgreiche Bewerbung zum FIL Kongress in Calgary (Kanada), zur Austragung der Rennrodel-Weltmeisterschaft 2012.
Kältmaschinenhaus
![]()
Es ist schon imposant, das Herzstück der Bobbahn Altenberg, das Kältemaschinenhaus ! Die 4 gewaltigen Verdichter mit je 250 kW Leistung ermöglichen es, selbst bei einer Außentemperatur von bis zu +20 oC genügend Kälte zu erzeugen, um die Bobbahn vereisen zu können. In den Sammelbehältern befinden sich ca. 45t Ammoniak, das als Kältemittel dient. Zum Vergleich: die Leistung der Kältemaschinen entspricht denen von ca. 12000 Kühlschränken.
Prozessleitsystem
![]()
Damit diese Anlage ein Optimum an Sicherheit und Wirkungsgrad hat, wurde ein computergesteuertes Prozeßleitsystem installiert, das in Abhängigkeit von der Witterung die Daten erfasst und den Kältemitteltransport an die jeweilige Stelle der Bahn (es existieren 50 sog. Regelstellen an der Bahn) entsprechend regelt. Selbstverständlich können in diesem System die Erfahrungen unseres Eismeisters mit eingegeben werden. Das System läuft vollkommen automatisch, bei Störungen werden die betreffenden Diensthabenden per Telefonwählgerät und Handy informiert.
Messtechnik
![]()
Ein weiterer techn. Komplex ist das Zielhaus, wo sich die Zeitnahme, der Bahnsprecher und die Videoüberwachung befindet. Auch dieser Komplex ist auf hohem technischen Niveau. So kann der Verantwortliche fast jeden Bereich der Bobbahn mittels Videokameras einsehen. Von hier aus wird das gesamte Training bzw. der Wettkampf geleitet. Hier befindet sich die Schnittstelle für Presse, Funk und Fernsehen, Rennleitung, Jury und OrganisationMeßtechnik, Zeitnahme mit Videoüberwachungssystem, Schalt- und Überwachungszentrale Kältemaschinenhaus.
Eiskanal
![]()
Im Oktober wird damit begonnen, die Bobbahn zu vereisen. Im Schnitt haben ca. 8 Eisarbeiter eine Woche damit zu tun, die Eisschlange vom Zielauslauf bis hinauf zum Bobstart zu vereisen. Dazu wird der Betonkörper auf ca. -13oC heruntergekühlt und mittels feinem Wasserstrahl mm für mm Eis aufgebracht und das alles in reiner Handarbeit. Die Bobbahn ist dann "einsatzbereit", wenn das Eis eine Dicke von ca. 2-6 cm (Geraden weniger, Kurven etwas mehr) aufweist.
























